Berufe im Automobilbereich – aktuelle Lage

Zurzeit sind über 43 Millionen Autos für unsere deutschen Straßen zugelassen, das heißt auf zwei Einwohner kommt je ein Fahrzeug. Darunter zählen zum Beispiel Kleinwagen, Familienautos und die LKWs großer Logistikfirmen. Es ist also kaum überraschend, dass es unzählige Berufe gibt, die sich ums Auto drehen. Von der Produktion über den Verkauf bis zur Wartung und der Verwertung, wenn die Fahrzeuge dann das Ende ihrer Lebenszeit erreicht haben. Wir wollen nun im Folgenden die Ausbildungsberufe und die aktuelle Lage im Automobilbereich etwas genauer betrachten.

Die verschiedenen Berufe im Automobilbereich

Prinzipiell kann man Berufe, die mit Automobilen zu tun haben, grob in drei große Bereiche einteilen: das sind einmal die technischen Berufe, dann die logistischen Berufe und zu guter Letzt die kaufmännischen Berufe.

Technische Berufe

Technische Berufe umfassen alle Arbeitsstellen, die sich direkt mit dem Fahrzeug als technisches Produkt befassen. Man findet sie größtenteils im Fahrzeugbau und der Reparatur. Ein sehr beliebter technischer Kfz Ausbildungsberuf ist Kfz Mechatroniker/in. Hier wird während der Ausbildung sowohl Elektrotechnik als auch klassische Mechanik gelehrt, sodass man am Ende in der Lage ist, umfangreiche Arbeiten an modernen Fahrzeugen durchzuführen, bei denen die elektronische Komponente immer wichtiger wird. Je nach Interesse besteht die Möglichkeit, sich bei der Ausbildung zum Beispiel auf Motorräder oder Lkws zu spezialisieren. Während die Kfz Mechatroniker/innen hauptsächlich im Inneren des Fahrzeuges arbeiten, beschäftigen sich die Fahrzeuglackierer/innen größtenteils mit der Außenhaut des Fahrzeuges. Sie lernen während ihrer dreijährigen Ausbildung alles über die vielseitigen Aufgaben im Lackierbetrieb und sind dann Profis im Lackieren, Entrosten und Ausbeulen von Fahrzeugen. Sowohl Kfz Mechatroniker/innen als auch Fahrzeuglackierer/innen können in der Fahrzeugproduktion und im Werkstattbetrieb arbeiten.

Logistische Berufe

Unter den logistischen Berufen versteht man Ausbildungen, die einen dazu befähigen selbst als Fahrer tätig zu werden. Da heutzutage immer mehr Menschen Lieferservice nutzen und Waren aus aller Welt bestellen, sind diese logistischen Berufe zurzeit extrem gefragt. Nach einer zweijährigen Ausbildung zum Servicefahrer/in sind diese Lieferexperten dafür zuständig, ihre Fahrzeuge sicher zu beladen, Touren effizient zu planen und die Waren zeitgemäß an die Kunden zu liefern. Je nachdem welche Waren man transportiert, zum Beispiel Lebensmittel oder Medikamente, hat man hier umfangreiche Weiterbildungsmöglichkeiten. Berufskraftfahrer/innen stellen die Verbindungen zu weiter entfernten Zielen her. Sie besitzen einen Lkw Führerschein und legen häufig weite Strecken zurück, auch grenzüberschreitend und bei Nacht. Sie lernen in ihrer Ausbildung das sichere Führen großer Fahrzeuge, das richtige Dokumentieren ihrer Fahrten und Waren sowie einfache Reparaturen selbst durchzuführen.

Kaufmännische Berufe

Der vermutlich bekannteste kaufmännische Beruf im Automobilbereich ist Automobilkaufmann/-frau. Hier berät man Kunden über ihre Möglichkeiten beim Fahrzeugkauf, plant Werbeaktionen und ist immer über die neusten Entwicklungen in der Welt der Automobile informiert. Die Ausbildung zum Automobilkaufmann/-frau dauert drei Jahre, jedoch ist es sinnvoll sich auch nach der Ausbildung immer weiter fortzubilden, sodass man auf dem aktuellen Stand bleibt und Kunden sowie Partner professionell beraten kann.

Selbstverständlich gibt es noch viele weitere Berufe, die sich rund ums Auto drehen und durch die Entwicklung immer neuer Fahrzeuge und Logistikprozesse entstehen immer wieder neue und spannende Tätigkeitsfelder.

Die Zukunft der Automobilbranche

Die Automobilbranche befindet sich im steten Wandel und tagtäglich forschen allein in Deutschland tausende Wissenschaftler, Ingenieure und Designer an neuen Fahrzeugen, Produkten und Konzepten. Aufgrund der limitierten Verfügbarkeit von Mineralöl, das zur Herstellung von Verbrennungskraftstoffen benötigt wird, gibt es zurzeit einen großen Aufschwung bei Elektrofahrzeugen. Dem passt sich natürlich auch die Berufswelt an und so können sich Kfz Mechatroniker zum Beispiel weiterbilden lassen, sodass sie mit Hochspannungsanlagen arbeiten dürfen. Auch für die Lackierer/innen bedeutet die fortschreitende Umstellung auf Elektromobilität, dass sie sich auf neue Karosserien und Werkstoffe einstellen müssen, während die Kfz Kaufmänner/-frauen in der Lage sein sollten, ihre Kunden über die aktuellsten Trends sowie Vor- und Nachteile von Elektrofahrzeugen zu beraten.